Dienstag, 25. Juli 2017

Syzran

Die 175.000-Einwohner-Stadt Syzran war Ziel unseres heutigen Ausflugs. In der zu Uljanowsk gehörenden Filiale, findet derzeit ein für unser Bistum eher ungewöhnliches Treffen statt, eine Art RKW für Frauen. Zum dritten Mal organisieren die Uljanowsker Seelsorger diese Tage für Frauen der Pfarrgemeinde und deren Kinder. Zum gemeinsamen Programm gehört Geistliches und Erholung. Die Wohnverhältnisse sind äußerst einfach, was aber keinen stört. Mit meinen Gästen war ich am Morgen aufgebrochen, um pünktlich 12.00 Uhr die heilige Messe mit den Kursteilnehmerinnen in Syzran zu feiern. Anschließend aßen wir auf dem Pfarrgrundstück. Und es fand sich Zeit für ein nötiges Gespräch mit dem Pfarrer. Die Bilder erzählen in ihrer eigenen Sprache vom heutigen Tag:










Sonntag, 23. Juli 2017

Einer der seltenen Sonntage zu Hause

Die vor langem geplante Anwesenheit meiner deutschen Gäste führte dazu, dass ich heute keine weit entfernte Pfarrgemeinde im Bistum besuchte, sondern den Sonntag mit den Saratower Katholiken feierte. Ich hatte befürchtet, dass ein spürbarer Prozentsatz unserer Gläubigen außerhalb der Stadt auf der Datsche (im Schrebergarten) beten (oder nicht beten) wird. Aber die Kirche war voll. Einen Teil des Hochgebetes während der Messe in der Kathedrale beteten die Erfurter Priester deutsch. Nach einem Gespräch mit einem jungen Mann, der ins Priesterseminar gehen möchte, trafen wir uns alle zum Mittagessen. Zu Abendgebet und -essen waren wir später nach Marx eingeladen, wo es noch recht musikalisch (s. Foto) wurde.

Samstag, 22. Juli 2017

Weißer Rauch

Das Generalkapitel der "Dienerinnen Jesu in der Eucharistie" ist beendet. Heute Vormittag kamen die vier Teilnehmerinnen aus Saratow und Marx mit dem Zug aus Moskau zurück. Unter anderem wurde die bisherige Generaloberin für eine weitere Amtsperiode bestätigt (wiedergewählt). In der Verantwortung für die Niederlassungen in Russland und Kasachstan wurde Schwester Paulina von Schwester Theresia abgelöst. Letztere kenne ich seit meinen Besuchen und meiner Kaplanszeit in Tadschikistan, wo sie unter anderem die Orgel spielte. Sie stammt aus Duschanbe. In Zusammenhang mit der neu gewählten Oberin und anderen Beschlüssen des Generalkapitels, sicher aber auch zur fröhlichen Begrüßung der Heimkehrerinnen, hatten die zu Hause Gebliebenen eine leckere Kirschtorte in Form des Daches der Sixtinischen Kapelle in Rom nachgebildet, mit Schornstein und weißem Rauch. 

Freitag, 21. Juli 2017

Beginnendes Wochenende

Pater Sergio, der mexikanische Priester, der hier in Saratow Russisch studiert hatte, ist derzeit bei uns in der Pfarrei. Heute feiert er seinen 40. Geburtstag, zu dem wir ihm in der Abendmesse gratulieren konnten. Schon seit Mittag bin ich mit unseren deutschen Gästen zurück aus den beiden Pfarreien im Süden. Ich dachte, sie werden sich über einen autofreien Samstag freuen. Wie sich aber herausstellte, wollen morgen alle mit zur Marxer Aussenstation nach Penza, was erneut ca. 550 km Landstraße bedeutet. Pater Bosco holt sie am Morgen 10.30 Uhr ab und bringt sie abends gegen 22.30 Uhr wieder. 

Mittwoch, 19. Juli 2017

Dienstag, 18. Juli 2017

Gespräche

Morgen gehen die Urlaubstage der Schwestern Marielle und Anna in Marx zu Ende. Die beiden Kanadierinnen kehren nach Astrachan zurück, wo sie seit 15 bzw. 19 Jahren leben. Sie hatten um ein Gespräch mit mir gebeten. Darum war ich heute nachmittag in Marx. Mit im Auto: Meine drei Gäste aus Deutschland. Sie kannten Marx schon von früheren Besuchen, stellten aber auch gerade deshalb fest, was sich verändert hat. Unterwegs hatten wir Zeit zum Erzählen, sicher nicht zum letzten Mal in diesen Tagen.
Wichtig war heute besonders ein Gespräch am Vormittag. Evgenij, ein junger Mann aus Samara, der sich seit zwei Jahren auf das Priesterseminar in Sankt-Petersburg vorbereitet, kam mich besuchen.

Montag, 17. Juli 2017

Zum Abend hin

Mir kommt es vor, als sei ich noch nicht ganz angekommen an der Wolga. Müdigkeit und Hitze einerseits, das, was Deutschland zur Zeit (vielleicht auch schon wieder nicht mehr) beschäftigt, andererseits. Und irgendwo zwischendrin der Aufholebedarf im Büro. Alles in allem - nicht gerade erhebend. Der alte Werbeslogan einer Petrolfirma paßt in die Flaute: "Es gibt viel zu tun, ..." 
Meine Gäste aus dem Bistum Erfurt kommen gleich. Die Maschine hat eine halbe Stunde Verspätung. Das Thermometer zeigt (19.35 Uhr) noch 33 Grad.

Sonntag, 16. Juli 2017

Erfahrungen zum Mitnehmen (in den Alltag)

Am Montagabend hatte ich Saratow verlassen. - Am Sonntagmittag kehrte ich zurück. Die vergangene Woche (er-)lebte ich nicht in Südrussland, sondern am anderen Ende Europas und später noch mitten drin, nämlich auf Pilgerfahrt nach Fatima und bei der Beisetzung von Kardinal Joachim Meisner in Köln. Wie beladen diese Tage waren, zeigt die Müdigkeit im Nachhinein. Alles war nicht-alltäglich, und Vieles war hilfreich in den vergangenen Tagen. Fatima - ein Ruf, sein Verhältnis zur Gottesmutter zu prüfen, genauso wie sein Verhältnis zum Leben, zur Verantwortung im Blick auf böse und gut. Ich freue mich, dass wir eine nicht kleinen Zahl von Pilgern mitnehmen konnten, die sich die Reise nie hätten leisten können, die es aber weit mehr verdient hatten, als wir anderen. Es war schön, gerade mit denen dort gewesen zu sein, die dabei waren.

"Unsere" Gruppe, eine von vier Pilgergruppen aus Russland, die zum 13. Juli nach Fatima gekommen waren.
Die gestrige Beisetzung von Kardinal Joachim Meisner, des guten Freundes vieler von uns hier im Osten, wurde für mich zu einem zusätzlichen Geschenk. Beerdigungen haben es an sich, zur Eile zu rufen, da wo Nötiges auf die lange Bahn geschoben wurde. Es ist ein bisschen so, wie wenn die Kompassnadel zur Ruhe kommt, eine Richtung bestätigend, von der wir im Grunde schon wussten. Gehen muss man selbst. Als Bischof aus einer fernen Diaspora, war es für mich auch eine dankbare Erfahrung, einigen Mitbrüdern begegnen zu dürfen, die uns in Russland auf diese oder jene Weise helfen, die sich erinnern und interessieren, so (nur) zum Beispiel Bischöfe aus Paderborn, Hildesheim und Köln, bis hin zu den Gästen aus Rom.

Köln, Sankt Gereon, vor Beginn der Prozession zur Beisetzung im Dom
In Marx ... So, jetzt sind wir wieder auf dem Boden ... In Marx verbringen zurzeit unsere kanadischen Schwestern aus Astrachan ein paar stille Tage. Das ist ihr Urlaub. Jedes Jahr nach Hause fliegen, wäre zu teuer. Sie möchten mich gern sprechen, bevor sie am "19." abreisen, teilten sie mir per SMS mit. Ich werde versuchen, dass morgen unterzubringen, evtl. noch bevor meine nächsten Gäste (19.30 Uhr) anreisen.