Mittwoch, 24. Januar 2018

Dekanatstreffen im Winter

Das Bistum Sankt Clemens in Saratow ist in sechs Dekanate aufgeteilt. Dort sollen sich die für die Seelsorge Verantwortlichen viermal im Jahr, also etwa aller drei Monate, treffen. Selbst wenn der eine oder andere das Gefühl hat, er bräuchte es jetzt gerade nicht unbedingt, ... Vielleicht ist es für die anderen wichtig, dass er/sie dabei ist. Diese Treffen dienen dem Austausch von Informationen, der Weiterbildung, der Geschwisterlichkeit. Vor ein paar Tagen hatte ich unsere Dekane daran erinnert.
Heute geht ein solches Treffen in Tambow zu Ende. Der heilige Franz von Sales, den wir heute feiern, möge ein paar Schutzengel in Richtung Südrussland passieren lassen, denn es geht Hunderte Kilometer zurück für die meisten Teilnehmer, im Auto. Zum "Dekanat Mittlere Wolga" gehören die Städte Belgorod, Woronezh, Uljanovk, Togliatti, Samara, Marx und Saratow, in denen unsere Priester und Ordensleute der Region wohnen. Der auf sommerliche Straßen ausgerichtete Routenplaner zeigt u.a. an: Belgorod - Tambow: 478 km = 7 h 49 min; Samara - Tambow: 705 km = 8 h 37 min.
Worum es beim Treffen in Tambow thematisch ging, werde ich mir besser erzählen lassen als voreilig zu erraten. Hier auf dem Foto scheint gerade der junge Pfarrer von Woronezh eine Statment zu geben, Pater Anton, Kapuziner.  

Was haben die mit uns zu tun?

Durch die Exerzitien zu Beginn der Fastenzeit 2017 auf besondere Weise, aber eigentlich schon seit September 1991 in Freundschaft verbunden, stieß ich auf ein schönes Video der Schweizergarde, der ich nächste Woche täglich über den Weg laufen werde:
https://youtu.be/eMR6AkRE8V0 
Die Garde dient dem Papst und damit der Kirche und damit auch uns. Einem ehemaligen Gardisten bin ich in einem Benediktinerkloster in Kazakhstan begegnet, ein anderer besuchte unlängst unsere Pfarreien in Taganrog und Asow. Eine Kollekte der Gardisten half unseren Ärmsten. Danke nach Rom! 


Dienstag, 23. Januar 2018

Halb Bischof - halb Pfarrer

Jedesmal, wenn ich nach einem "Wochenende" (oft sind das 4 Tage) aus einer Pfarrgemeinde zurück ins Büro komme, muss ich mir einen Zettel schreiben, auf dem ich dann die Prioritäten des Arbeitstages sortiere. Es scheint mir in solchen Momenten nicht selten, als ob ich ein-zwei Wochen weg war. Trotzdem, oder gerade deshalb habe ich mich gefreut, dass ich heute auch "Außentermine" hatte. Mit einer Jugendlichen war ein Gespräch vereinbart. Die Abendmesse in Marx übernahm ich gern, weil unsere Pfarrer (Marx und Saratow) beim Dekanatstreffen in Tambow sind. Ich feierte die Messe für meinen heute vor 3 Jahren verstorbenen Vater. Und die Haussegnung bei Zhenja (Foto), ihrer großen Schwester und ihren Eltern war schließlichen ebenfalls für heute Abend eingeplant. Zhenjas Mama schrieb mir noch eine besorgte SMS, als ich spät abends auf der Heimfahrt nach Saratow war. Ob mich die Kleine - vorsichtig ausgedrückt -  nicht zu sehr in Anspruch genommen hätte? Die Antwort wurde ihr zur Erleichterung. Ich bin dankbar für den ungezwungenen, lustigen Abend. Morgen früh muß ich dann wieder an den bevorstehenden Ad-limina-Besuch denken.

Montag, 22. Januar 2018

Ein Tag für den Heimweg ist (leider) normal

Krasnodar, Blick aus dem Kirchenfenster
Natürlich, mit dem Auto hätte es noch viel länger gedauert, aber die Flugverbindung ist heute auch nicht die schnellste. 6.20 Uhr flogen Pater Diogenes und ich ab Krasnodar. Nun sitzen wir bis Mittag in Moskau. Kurz vor drei (14.50) ist die Landung in Saratow vorgesehen. Gestern saßen wir noch bis in die Nacht hinein, nicht nur weil der Pfarrer von Sotschi mit seinen Anliegen dazugestoßen war. Ich glaube, dass es auch für Pater Tomasz selbst ein schwerer Tag war, der Abschied aus einer Diözese, in die er am 1. August 2002 als Seelsorger gekommen war. Damals war er 33 Jahre alt gewesen. Seine Heimatdiözese ist Kattowiz. Heute oder morgen möchte ich dem dortigen Erzbischof Skworc einen Brief schreiben und mich für den guten Priester bedanken, dem er demnächst wieder eine Anstellung in der Heimat geben wird.
In Saratow herrscht heute Morgen Aufbruchstimmung. Außer einer Schwester im Büro, wollen alle zum Dekanatstreffen der Priester und Ordensleute nach Tambow. Knapp 500 km, winterliche Straßen. Diese Begegnungen sind wichtig, besonders in unseren Verhältnissen, wo es Hunderte Kilometer vom einen zum anderen sind. 

Sonntag, 21. Januar 2018

Verabschiedung in Krasnodar

Nicht die Traurigkeit über den Abschied, sondern der Dank für seinen fünfzehnjährigen Dienst in Russland, sollte im Vordergrund stehen. Und so gelang es auch. Pater Tomasz hatte seine Gemeinde gut auf den letzten Sonntagsgottesdienst mit ihm vorbereitet. Nachts war auch noch Pater Diogenes, der Generalvikar, gekommen. Ein schönes Zeichen der Freundschaft. Pater Sergej, der bisherige Kaplan (Foto links oben), übernimmt die Pfarrei. Viele gute Worte gaben die Einzelnen ihrem bisherigen Pfarrer nach der Messe mit auf den Weg, Tränen natürlich auch. Tee, Erinnerungsfotos, eine Menge Kuchen,...  Gegen 14.00 Uhr wurde es dann still im Pfarrhaus. 
Nach dem Mittagessen blieb mir Zeit zum Besuch bei den Schwestern. Seit kurzem lebt ja Schwester Rosa hier in Krasnodar. Viele Jahre hatte sie mir in Saratow geholfen. Für den Abend hat sich der Pfarrer von Sotschi angesagt. Er ist seit Mittag im Auto unterwegs hier her. Sind es für ihn doch 1.200 km weniger als bis zu mir nach Saratow.

Kirche mitten drin


Papst Franziskus betont oft, dass die Kirche an die Peripherie gehen solle. Als der Kirchbau in der südrussischen Großstadt Krasnodar vor knapp 20 Jahren begann, hatten wir keine Wahl und nahmen ein Grundstück am Stadtrand in sumpfigem Gebiet. Der damalige Pfarrer wollte mir einreden, dass hier rundherum einmal Wohnblocks stehen werden, ein ganzer Stadtbezirk. Träumereien - dachte ich. Heute ist es längst wahr geworden. Die Peripherie ist zur Mitte geworden.

Samstag, 20. Januar 2018

Ein Heimkehrer

Frühlingshafte +8 Grad hier in Krasnodar, stehen Schneefall bei -12 in Saratow gegenüber. Ganz zu schweigen von Novosibirsk, wo das Thermometer nicht aus dem Keller von unter -30 heraus kommt. 
Ich bin zum Abschiedsbesuch ins südliche Zentrum des Bistums Sankt Clemens gekommen. Pater Tomasz, der Pfarrer, kehrt nach 15 Jahren Seelsorge in Novoczerkassk und Krasnodar in seine polnische Heimat zurück. Lange Zeit war er mein Bischofsvikar mit vielen Vollmachten für die drei Süddekanate. Polen hat sich innerhalb dieser 15 Jahre gewandelt. Es wird nicht leicht für ihn sein, dort wieder Fuß zu fassen. Ihm, wie allen anderen ausländischen Seelsorger bin ich dankbar für das unwiderrufliche Stück ihres Lebens, dass sie uns in Südrussland geschenkt haben.

Freitag, 19. Januar 2018

Sitzungstag - und trotzdem angenehm

Das Treffen unserer Jugendkommission begann mit der Eucharistiefeier in der Moskauer Kathedrale. Für den runden Tisch hatten wir uns dann drei Themen vorgenommen: einen (sehr interessanten) Rückblick auf die Jugendseelsorge in den vier russischen Diözesen 2017, die Vorbereitung auf den Gesamtrussischen Jugendtag im Juli am Baikalsee und die Vorbereitung auf den Weltjugendtag im Januar 2019, also schon in einem Jahr, in Panama. An letzterem werden nicht allzu viele Jugendliche aus Russland teilnehmen können, aber eine symbolische Gruppe, die uns in Mittelamerika vertritt, wird es schon geben.
Die geschwisterliche Gastfreundschaft in der Moskauer Kurie und bei den hier tätigen Salesianern, machten uns das Arbeiten leicht.
Auf dem Foto mit den Jugendseelsorgern der vier Diözesen, v.l.: P. Tomasz, Ufa (Diözese St. Clemens), P. Wladimir, Irkutsk (Diözese St. Josef). Mich haben sie in die Mitte gestellt. P. Daniele, Moskau (Erzdiözese der Gottesmutter), P. Alexander, Slawgorod (Diözese der Verklärung des Herrn). 
Für mich ist es Zeit, zum Flughafen zu fahren. Das wird zweieinhalb Stunden in Anspruch nehmen. Am Abend geht mein Flug nach Krasnodar.

Donnerstag, 18. Januar 2018

Telegramm

unterwegs nach moskau + heute nuntiatur + morgen jugendkommission