Donnerstag, 27. April 2017

28 Meter unter dem Meeresspiegel

Zum Eröffnungsgottesdienst in der katholischen Marienkirche in Astrachan, waren wir am Abend etwa 70 Konferenzteilnehmer. 40 sind also noch unterwegs in die alte südrussische Handelsstadt im Wolgadelta, 28 Meter unter dem Meeresspiegel. In der Predigt stellte ich auch mir selbst die Frage, was heute, im Vergleich zu "vor Ostern", anders sei, und ich sprach vom Kontemplativen, das heute zu jeder geistlichen Berufung gehört, wenn sie Anspruch auf Echtheit erhebt. 
Ostern und die Freude am Beginn unserer Konferenz passen gut zusammen. Was uns ca. 100 Priester und Ordensleute verbindet, hat seine Wurzeln in der Auferstehung Christi und in der Begegnung mit ihm.
 Nach den weiten Anfahrtswegen (z.B. Ufa-Astrachan: 1.800 km) werden heute viel "freiwillig" zeitig schlafen gegangen sein. Wir wollen morgen mit dem gemeinsamen Stundengebet (Laudes) beginnen, bevor es an die Arbeit der Konferenztage geht. Die drei Mahlzeiten am Tag, nehmen wir im Amtssitz des Astrachaner Gouverneurs ein. Unserer Konferenz wird hier außergewöhnliche Beachtung geschenkt. 

Die Anreise ist ein Tag für sich

Moskau 1082 km
Astrachan 302 km

Bis zum Abend werden die über 100 Teilnehmer der 19. Pastoralkonferenz unseres Bistums in Astrachan erwartet. Fast alle kommen mit dem Auto, was auf den letzten 400 km bedeutet: Steppe, Wind, feiner Sand in der Luft, trotzdem blauer Himmel und +20 Grad. Unterwegs haben wir die Kazaner und die Uljanowsker getroffen, im Nachtquartier auch Pater und Schwestern aus Alexejewka. 

Mittwoch, 26. April 2017

Andere Sorgen

Während wir mit Freude die Taschen packen, um morgen Abend pünktlich in Astrachan zu sein, hat eine unserer jungen Familien ganz andere Sorgen: Sie wohnen in einem abgelegenen Dorf. Wir konnten ihnen vor einiger Zeit eine Kuh vermittelt. "Eine Kuh für Marx" hilft vielen. Nachdem diese vor kurzem gekalbt hat, ist sie am Euter erkrankt und kann ihr Kalb nicht ernähren. Den Tierarzt hatten sie letzte Woche gerufen. Er kam nicht und antwortete nur am Telefon: "Schlachten." Die Mutter betet mit den Kindern, dass die Kuh wieder gesund wird. Ist sie doch ein großer Teil der Lebensgrundlage für die Familie.  

Dienstag, 25. April 2017

Zwischenspiel Saratow

Seit ich bei meinen Reisen in die Gemeinden nicht mehr so oft selbst fotografiere, bitte ich jeweils dort, dass man mir anschließend ein paar Bilder zuschickt. Heute kamen welche vom Sonntag aus Sotschi. Auch Briefe kamen an, aus denen österliche Freude klang. 
In Saratow sind wir beim Endspurt vor der Abfahrt zur Pastoralkonferenz, der neunzehnten in Südrussland. Weil es bis Astrachan an die 900 km sind und das Auto voll ist, gehören wir zu denen, die erst am Nachmittag abfahren, aber dann in Wolgograd übernachten. Wie ich gerade hörte, hatten andere die gleiche Idee. 30 provisorische Betten sind deshalb im ehemaligen Stalingrad schon für Durchreisende hergerichtet.

Montag, 24. April 2017

Etwas mehr unterwegs als zu Hause

Wenn es einen Direktflug gäbe, wären es zwei Stunden von Sotschi nach Saratow, so aber brauchte ich für den Heimweg, wie gewöhnlich, nachdem ich eine Pfarrei besuchte, einen ganzen Tag. Ich erreichte Saratow kurz vor Sonnenuntergang. So kann man sich vorstellen, dass ich bei zwei Tagen in der Gemeinde und zwei Tagen unterwegs, mehr als eine halbe Woche abwesend bin und dass mir nur drei Tage für's Büro bleiben. So wäre es jedenfalls, wenn ich jedes Wochenende eine Pfarrei besuchen würde. Diesmal sind es nur anderthalb Tage bis zur nächsten Reise. Mittwoch Mittag fahren wir nach Astrachan ab, wo Donnerstagabend die diesjährige Pastoralkonferenz unseres Bistums beginnt. Über 100 Teilnehmer haben sich angemeldet.

Sonntag, 23. April 2017

Weißer Sonntag am Schwarzen Meer


Er wird auch Barmherzigkeitssonntag genannt, der 2. Ostersonntag, bzw. der Weiße Sonntag. Ich feierte ihn zuerst mit der Gemeinde in Sotschi, dann mit den Gläubigen in Adler. Dort haben uns die Kinder im Anschluß an die Messe ein sehr gut eingeübtes Theaterstück über die drei Hirtenkinder und die Marienerscheinungen von Fatima (1917) aufgeführt, wovon die vier Bilder am Rand ein wenig sprechen, während das in der Mitte zur Begrüßung in Adler gehört.

Samstag, 22. April 2017