Montag, 15. Mai 2017

Karaganda - Moskau - Saratow

Weil Kardinal Cordes einer von uns zehn Gästen der vergangenen Tage in Karaganda war, die heute früh 6.10 Uhr nach Moskau fliegen wollten, kamen wir alle in den Genuß der VIP-Abfertigung. Unser Konvoj wurde von einem Polizeiauto mit Blaulicht zum Flughafen begleitet: 45 km/h, durchgehend. Alles war freundlich, aber auch ein wenig lustig, asiatisch. 
In Moskau hatte ich einen Termin mit einem Herren der Präsidialverwaltung (Verwaltungsapparat des Präsidenten), zum Kennenlernen, weil ich zurzeit Vorsitzender unserer Bischofskonferenz bin. Es war ein interessantes Gespräch, das mir u.a. bestätigte, wie ernsthaft man in Moskau um gute Beziehungen bemüht ist, und dass so manche Schwierigkeit vor Ort auf Mangel an Information und Kenntnis der örtlichen Beamten beruht. Aber man arbeitet daran, ernsthaft.


Per E-Mail kam heute ein erstes gemeinsames Foto der Priester und Bischöfe, die am 13. Mai das 100-jährige Fatima-Jubiläum in Karaganda gefeiert haben. Einschließlich Bischöfe, zählte ich auf dem Foto über 90 Priester! Die für unsere Breiten einmalig schöne Kirche und das Grab des seligen Wladyslaw Bukowinski in deren Krypta, machen Karaganda zu einem richtigen Wallfahrtsort. Als ich nun heute Morgen auch noch hörte, das bis zu 40 Betten für Pilger (o.ä.) zur Verfügung stehen, erwachte in mir der Plan für eine erste Bistumswallfahrt, vielleicht nächstes Jahr. Russische Staatsbürger brauchen nicht einmal einen Reisepass, um nach Karaganda zu gelangen. Nur ist es ein bißchen weit: drei Tage (mit einmal Umsteigen) braucht man mit der Bahn von Saratow nach Karaganda.
Ich warte auf meinen Weiterflug nach Saratow.
P.S. Der Pilot hat's heute in einer Stunde und fünf Minuten nach Saratow geschafft. Rückenwind. Unser Pfarrer hat mich vom Flughafen abgeholt und übersehen, dass ich heute schon nicht mehr für neue Ideen zu haben bin. Wir haben das Gespräch auf morgen verschoben: Er will den kleinen Hof hinter unserer Kirche vermieten, als Parkfläche für sechs Autos, weil die Hilfswerke ernsthaft angedeutet haben, unsere Gemeinden beim Aufkommen für die laufenden Kosten nicht mehr zu unterstützen. - "Als nächstes vermietet er sein Zimmer!" dachte ich. Wir brauchen den Hof täglich als Parkplatz für unsere Autos. Wir haben insgesamt nur eine Garage. (Pfarrer, Kaplan, Bischof, Generalvikar, Hausmeister, Schwestern,... Und was machen Gemeindemitglieder, die von weit her zur Messe kommen, Priester, die mich dienstlich besuchen? Es ist sehr eng dort im Stadtviertel.) P.P.S. Auch aus Erwägungen der Sicherheit (Schäden an den Fahrzeugen) und der "Öffnungszeiten" des Kirchengrundstücks bei Nacht, entfällt die Variante eines positiven Entscheids.